November 1

Ich wollte schon immer Französisch und Spanisch lernen, habe mir dazu über die Jahre verschiedene Sprachkurse gekauft oder in der Bibliothek ausgeliehen, aber bin nie wirklich weit gekommen. Seit einiger Zeit habe ich aber ein Spachtandem für Französisch und bleibe seitdem am Ball. Unterwegs habe ich einige sehr effektive Sprachlerntechniken entdeckt, die ich hier mal beschreiben möchte.

Sprachen Lernen mit der Birkenbihl Methode

Die Birkenbihl Methode stellt einen völlig anderen Ansatz dar, als die meisten klassischen Sprachkurse. Im Wesentlichen besteht sie daraus, dass man einen 1. Text ‘decodiert’, um ihn besser zu verstehen, 2. den Text aktiv hört, bis man ihn beim Zuhören versteht, 3. den Text sehr oft ‘passiv’ hört, d.h. ganz leise nebenbei, während man aufräumt, arbeitet, liest oder was auch immer macht. Das Zuhören geschieht unbewusst, man braucht also keine extra Zeit aufzuwenden. Schließlich (4.) setzt man sich dann mit dem Text auseinander, je nachdem ob man in der Fremdsprache nur sprechen, oder auch lesen und schreiben möchte mit verschiedenen Methoden.
Das Geheimnis dieser Methode ist zum einen das Decodieren: man übersetzt den Text Wort für Wort, bzw. er ist in einem Birkenbihl-Kurs mit Wort für Wort Übersetzung abgedruckt. Das sieht das etwa so aus:

The sun was shining while they walked along the water.

Die Sonne war (am) Scheinen, während sie gingen entlang das Wasser.

Auf diese Weise lernt man von Anfang an die sprezifischen grammatischen Strukturen der Fremdsprache mit. Gleichzeitig erspart man sich das Vokabellernen, was auch mit dem passiven Hören zu tun hat.

Das Passive hören ist das zweite Geheimnis. Denn durch das häufige Hören des Textes in geringer Lautstärke wandert das Sprachverständnis sozusagen 1:1 ins Langzeitgedächtnis. Nicht nur versteht man den Text viel besser, wenn man ihn oft nebenbei gehört hat, man kann auch irgendwann ’spontan’ Sätze oder Fragmente aus dem Text sprechen. Dieses passive Hören ist vergleichbar mit der Situation eines Kindes, dass die ganze Zeit seine Muttersprache hört und unbewusst aufnimmt -immerhin ca. 1 Jahr, bevor es beginnt zu sprechen. So wird das Sprechen später nicht nur einfacher, sondern diese Vorbereitung führt auch zu einer besseren Aussprache, da man die richtige Aussprache automatisch imitiert, anstatt sie krampfhaft nachzuahmen (wenn überhaupt).

Kurzum: ich bin ziemlich begeistert von der Methode und sie bringt mir sehr gute Ergebnisse. Ich denke allerdings, dass es trotzdem sinnvoll ist Vokabeln zu Lernen und die Grammatik zu verstehen, um sich eine Sprache anzueignen. Doch dank Frau Birkenbihl lerne ich viel schneller, habe mehr Spaß dabei und spare viel Zeit.