Sprachen, Lerntipps und mehr Erfahrungen aus dem Studium

Mindmaps als große Lernhilfe zur Wissensstrukturierung

September 27

Auch wenn es abgedroschen klingt: Mindmaps sind eine der besten Lernhilfen überhaupt! Zum einen können sie ‘chaotischen’ oder ‘kreativen’ Lerntypen dabei helfen, den Lernstoff einfacher in ihre ‘Gehirnsprache‘ zu übersetzen, die oftmals mit linearen Fakten so ihre Probleme hat. Zum anderen sind Mindmaps das Tool, um den Lernstoff zu strukturieren und eine Übersicht zu gewinnen, wenn man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht.

Hilfe für Chaoten und Kreative

Es gibt bekanntlich verschiedene Lerntypen, die sich auch entlang der unterschiedlichen Eigenschaften unserer beiden Hirnhälften abzeichnen. Die Einen mögen am liebsten lineare Daten und Fakten, die sie auswendig lernen können. Listen und Tabellen machen ihnen kaum etwas aus, trockener Lernstoff liegt ihnen. Dagegen würden die eher kreativ orientierten Lerntypen vor solchen Materialien am liebsten weglaufen. Ihnen liegt statt dem Pauken von linearen Fakten viel mehr das Verstehen von Zusammenhängen, anhand derer sie sich dann ein Bild des Ganzen machen können. Fakten und Einzelheiten kommen später, wenn man das Gesamtbild verstanden hat.

Für letzteren Lerntyp sind Mindmaps eine große Hilfe beim Lernen. Dabei wird das Thema in die Mitte eines Blattes geschrieben, Unterthemen bzw. Unterbereiche werden in einem Kreis darum positioniert. Zu jedem Unterbereich kann man nun weitere Unterpunkte hinzufügen. Dieses Procedere lässt sich nach Belieben wiederholen, je nachdem wie viele Unterebenen der Lernstoff beinhaltet. Auf diese Weise lässt sich langweiliges Faktenwissen in große Zusammenhänge ordnen und leichter lernen.

Struktur in den Lernstoff

Auch wenn man den Lernstoff (oder jeden beliebigen anderen Bereich) ordnen will, um eine Übersicht zu gewinnen, eignen sich Mindmaps besonders gut. Dazu muss man das eigentliche Thema benennen, und dann wieder wie oben beschrieben vorgehen. Zu den einzelnen Punkten muss man nun überlegen, auf welche Ordnungsebene sie gehören könnten und sie dann in die Struktur einordnen. Der Vorteil: es ergeben sich auch neue Punkte, wenn man ein bisschen seine Gedanken nach weiteren Unterbereichen suchen lässt.

ToDo-Listen aus Mindmaps

Hat man einen Bereich erst einmal in einer Mindmap organisiert, so lassen sich auch ganz leicht ToDo-Listen daraus ableiten. Je nach Priorität kann man sich einen Unterbereich vornehmen und alle Stichpunkte dazu in eine ToDo-Liste eintragen. Oder man listet einfach alle Unterbereiche untereinander auf. So wird aus dem strukturierten Zusammenhang wieder eine lineare Liste, die man leichter abarbeiten kann. Den Einsatzmöglichkeiten für Mindmaps sind dabei keine Grenzen gesetzt!

Stick Around zum Vokabeln Lernen

August 22

Ein anderer guter Trick zum Sprachen Lernen ist eigentlich schon alt, aber deswegen nicht weniger effektiv. Man klebt einfach an alle möglichen Gegenstände Zettel mit den entsprechenden Wörtern in der Fremdsprache. So lernt man jedenfalls relativ einfach die Wörter der alltäglichen Gegenstände, die man in der Wohnung benutzt.

Ein Freund von mir aus Tel Aviv hat dieses Konzept systematisiert und ein Produkt daraus kreiert. Es nennt sich ‘Stick Around’ und besteht aus einer Box mit 529 Mini-Aufklebern zum Hebräisch Lernen. Für jedes Wort gibt es Schreibweisen – die in der Muttersprache (z.B. Englisch), das hebräische Wort in lateinischer Schrift, sowie das hebräische Wort in hebräischer Schrift. So lernt man gleichzeitig mit den Vokabeln auch die fremde Schrift, die eine zusätzliche Schwierigkeit beim Lernen der Sprache darstellt.

Es werden verschiedene Bereiche mit Vokabeln abgedeckt – z.B. Küche, Schule, Draußen, Büro usw. Wer also Hebräisch lernen möchte oder einenStick Around Urlaub in Israel plant, kann mit den Stick Around Aufklebern schon eine Menge Wörter lernen. Die hebräische Schrift ist etwas tricky – Vokale kommen so gut wie gar nicht vor, und für verschiedene Lateinische Konsonanten gibt es mehrere hebräische Schriftzeichen. Umso größer das Erfolgserlebnis, wenn man schließlich ein Wort entziffern kann.

Bisher gibt es die Sticker für Englisch, Französisch und Russisch, jeweils in beiden Richtungen. Mit Englisch kann man sich aber auch als Deutscher gut zurecht finden, da man die meisten Vokabeln wohl schon auf Englisch kennt. Wenn nicht hat man gleich doppelt gelernt! Die Sticker kann man im Internet bestellen unter www.gingerhood.com.

Wer nicht gerade Hebräisch Lernen möchte kann sich natürlich mit Post-Its oder noch einfacher mit Papier und Tesa-Film selbst Vokabelaufkleber basteln. Mit einer Web-Suche nach ‘Vokabelliste Deutsch-Italienisch’ lassen sich beispielsweise gute Listen von Wörtern finden, die man dann einfach in ein Word-Dokument kopieren und ausdrucken kann. Mit Schere und Tesa hat dann man schnell eine Menge neue Worter in der Wohnung positioniert.

Paralleles Lesen und die Lernkurve

Oktober 26

Das schöne am Lernen einer Fremdsprache (und auch aller anderen Dinge) ist, dass das Wachstum des Wissens exponentiell verläuft. Der Anfang ist mühsam und man lernt jedes Wort quasi einzeln. Die Birkenbihl Methode oder das Lernen mit Filmen helfen einem dabei diesen Anfang möglichst einfach und schmerzfrei zu gestalten. Allmählich nimmt man dann Fahrt auf, wenn man den Focus auch auf das Sprechen legt – in der Klasse oder mit einem Tandem-Partner, so freut man sich, wenn man den ersten Satz oder das erste kleine Gespräch gesprochen und verstanden hat. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Gehirn auch weiter arbeitet, wenn man zwischendurch einmal zwei Wochen Pause macht – scheinbar werden in der Zwischenzeit neue Nervenbahnen angelegt und nach der Unterbrechung klappt das Sprechen und Verstehen noch besser. Wichtig ist also nur am Ball zu bleiben und sich nicht von kleinen Rückschlägen entmutigen zu lassen, oder sich zu anspruchsvolle Ziele zu setzen. Gerade am Anfang ist weniger oft mehr.

Später sieht das ganz anders aus. Für mich ist ein großer Schritt beim Erlernen einer Fremdsprache das Lesen. Irgendwann kommt der Punkt, an dem man einen Zeitungsartikel mit Mühe oder beim Zweiten Lesen versteht, auch wenn man dazu das Wörterbuch braucht. Auch hier spielt die Zeit auf der Seite des Lernenden. Ab jetzt wird es immer leichter, bzw. weniger mühsam Zeitungsartikel zu lesen und immer mehr Dinge aus dem Kontext heraus zu verstehen. Ähnliches gilt natürlich auch für das Lesen von Büchern, was jedoch noch eine ungleich höhere Hürde darstellt. Andererseits lohnt es sich ungemein viel zu lesen, denn dadurch steigert sich der passive Wortschatz enorm, und wenn man ein Wort oft genug gelesen hat, kann man es bald auch aktiv verwenden.

Eine großartige Methode, die zum Lesen von Artikeln und Büchern hinführen kann, ist das Parallele Lesen. Ich stieß darauf wiederum in einem Buch von Vera Birkenbihl und versuchte es mit dem ‘Schweigen der Lämmer’ auf Deutsch und Französisch, weil ich die Bücher beide zur hatte. Es funktioniert so: man liest zunächst eine oder mehrere Seiten auf deutsch bzw. seiner Muttersprache. Dabei stellt man sich möglichst bildlich die Handlung vor, versucht die Wörter mit Bildern zu verknüpfen. Anschließend nimmt man das fremdsprachige Buch und liest die gleiche Textstelle. Dabei versucht man die Bilder wiederum mit den fremdsprachigen Wörtern zu verknüpfen. Je nach Fortschritt geht das schneller oder langsamer, irgendwann braucht man sich nicht mehr sonderlich zu konzentrieren, weil man fast alles versteht. Natürlich ist solches Lesen nicht sehr entspannt und es braucht einiges an Disziplin. Aber wenn man täglich ein paar Seiten liest, vielleicht von einem sehr spannenden Buch, das man kaum weglegen möchte, dann kommt man gut voran.

Bei mir zeigte sich bei dieser Methode zuerst kaum eine merkliche Verbesserung, der Effekt erst einige Zeit später, als ich ein Buch nur auf Französisch las. Als ich dann einen Monat begann einen französischen Krimi zu lesen, merkte ich, dass ich so gut wie alles verstehen konnte! Ich freute mich sehr und las tatsächlich das ganze Buch durch und musste lediglich manchmal mit dem Wörterbuch eine Bedeutung nachschlagen.

Wenn man schließlich fließend ein Buch lesen und sich einigermaßen auf der Fremdsprache unterhalten kann, dann ist es auch nicht mehr nur ein Hobby, das man nebenbei betreibt. Beruflich kann man nun den Arbeitgeber bitten die Angaben in seiner Talent Management Lösung um eine weitere Sprache zu ergänzen, und man kann die neue Eigenschaft in sein Xing-Profil eintragen, vielleicht mit dem Zusatz ‘selbstständig erlernt’. Und wenn man nicht ganz unkommunikativ ist, wird man in der Zwischenzeit die Bekanntschaft mit ein paar Muttersprachlern der gelernten Sprache gemacht haben oder das Land bereist haben, in dem die Sprache gesprochen wird. So wird das Lernen der Sprache dann erweitert zu einem Verständnis anderer Kulturen und Menschen, und man lernt, das Lernen auch immer bedeutet sein Leben zu bereichern!

 

Sprachen lernen mit Filmen

November 18

Eine weitere gute Methode zum Sprachen lernen ist das Lernen mit Filmen. Eigentlich ist es ganz einfach: man schaut sich zunächst den Film auf der Fremdsprache mit deutschen Untertiteln an. Wenn man ihn nicht mit Untertiteln bekommen kann, kann man auch den Film zunächst auf Deutsch und dann nochmal in der Fremdsprache ansehen. Ich mache immer Abschnitte von einer halben Stunde. Wenn ich den Film auf der Fremdsprache angesehen habe, setze ich mich noch einmal hin und höre nur dem Ton zu, schließe meine Augen und stelle mir die entsprechenden Szenen vor. So werden dann die Wörter und Geräusche, die ich wiedererkenne mit Bildern verknüpft und ich weiß immer ziemlich genau, wo ich im Film bin, wenn ich den Ton höre. Als nächstes höre ich mir dann den Ton vom Film möglichst oft passiv an, wie es in der Birkenbihl-Methode praktiziert wird. Dann passiert nämlich Folgendes: nach einer gewissen Zeit erkenne ich einzelne Wörter aus dem schnell gesprochenen Text, wo ich zuvor nur Kauderwelsch verstanden habe. Gleichzeitig prägt sich die Sprachmelodie in mein Unterbewusstsein ein. Nach einer Woche oder so schaue ich dann noch einmal den Film mit Untertiteln und kann schon SEHR VIEL MEHR verstehen! Dann höre ich noch einmal eine Zeit lang passiv.

Auf diese Weise kann man in relativ kurzer Zeit viele neue Vokabeln lernen und muss dafür gar nicht viel Zeit investieren – einmal den Film anschauen, einmal mit geschlossenen Augen anschauen und das ganze dann noch einmal nach einer Woche wiederholen. Den Rest der Zeit hört man lediglich passiv, braucht also keine Extra-Zeit.

Technisches.

Wie kann man das Ganze technisch bewerkstelligen? Am einfachsten ist es, wenn man sich eine DVD kauft, die den Film in der Originalsprache enthält und auch deutsche Untertitel hat. Dann kann man sich den Film einfach mit deutschen Untertiteln ansehen. Das passive hören kann man erreichen, indem man den Film in der Originalsprache laufen lässt und dann einfach den Fernseher laufen lässt. Besser ist es, wenn man den DVD-Player an die Stereoanlage angeschlossen hat, dann kann man einfach den Ton laufen lassen, ohne dass man den Fernseher anschalten muss.

Man kann sich fremdsprachige Filme natürlich auch im Internet ansehen, doch in der Regel findet man die Filme da nur ohne Untertitel. Doch mit ein bisschen Suche findet man leicht die deutsche und fremdsprachige Version desselben Films auf verschiedenen Seiten, die kann man dann nacheinander ansehen wie oben beschrieben. Es gibt eine Menge Tools im Internet, mit denen man sich den Ton von Filmen oder DVDs herunterziehen kann, um sie dann auch als MP3 im Player oder Ipod hören zu können. Ich werde bei Gelegenheit noch einen ausführlichen Artikel über diese Möglichkeiten schreiben. Die einfachste Methode besteht darin, dass man mit der freeware Audacity den Ton vom Rechner mitschneidet, während man den Film im Internet ansieht oder die DVD im Rechner laufen lässt. Dann kann man den Ton als MP3 oder Wav exportieren und hören.

Das Beste am Sprachen lernen mit Filmen ist, dass es wirklich Spaß macht. Man kann Filme ansehen, die man schon kennt und mag, neue Filme oder Filme, die über ein Thema gehen, dessen Vokabeln man gerne lernen würde. Das passive hören mach auch Spaß, weil man immer wieder an die Bilder des Films erinnert wird, wenn man einmal hinhört – das ist irgendwie lustig. Außerdem lernt man spielerisch eine Menge Vokabeln in kurzer Zeit, mit perfekter Aussprache gesprochen!

Sprachen lernen mit der richtigen Methode

November 1

Ich wollte schon immer Französisch und Spanisch lernen, habe mir dazu über die Jahre verschiedene Sprachkurse gekauft oder in der Bibliothek ausgeliehen, aber bin nie wirklich weit gekommen. Seit einiger Zeit habe ich aber ein Spachtandem für Französisch und bleibe seitdem am Ball. Unterwegs habe ich einige sehr effektive Sprachlerntechniken entdeckt, die ich hier mal beschreiben möchte.

Sprachen Lernen mit der Birkenbihl Methode

Die Birkenbihl Methode stellt einen völlig anderen Ansatz dar, als die meisten klassischen Sprachkurse. Im Wesentlichen besteht sie daraus, dass man einen 1. Text ‘decodiert’, um ihn besser zu verstehen, 2. den Text aktiv hört, bis man ihn beim Zuhören versteht, 3. den Text sehr oft ‘passiv’ hört, d.h. ganz leise nebenbei, während man aufräumt, arbeitet, liest oder was auch immer macht. Das Zuhören geschieht unbewusst, man braucht also keine extra Zeit aufzuwenden. Schließlich (4.) setzt man sich dann mit dem Text auseinander, je nachdem ob man in der Fremdsprache nur sprechen, oder auch lesen und schreiben möchte mit verschiedenen Methoden.
Das Geheimnis dieser Methode ist zum einen das Decodieren: man übersetzt den Text Wort für Wort, bzw. er ist in einem Birkenbihl-Kurs mit Wort für Wort Übersetzung abgedruckt. Das sieht das etwa so aus:

The sun was shining while they walked along the water.

Die Sonne war (am) Scheinen, während sie gingen entlang das Wasser.

Auf diese Weise lernt man von Anfang an die sprezifischen grammatischen Strukturen der Fremdsprache mit. Gleichzeitig erspart man sich das Vokabellernen, was auch mit dem passiven Hören zu tun hat.

Das Passive hören ist das zweite Geheimnis. Denn durch das häufige Hören des Textes in geringer Lautstärke wandert das Sprachverständnis sozusagen 1:1 ins Langzeitgedächtnis. Nicht nur versteht man den Text viel besser, wenn man ihn oft nebenbei gehört hat, man kann auch irgendwann ’spontan’ Sätze oder Fragmente aus dem Text sprechen. Dieses passive Hören ist vergleichbar mit der Situation eines Kindes, dass die ganze Zeit seine Muttersprache hört und unbewusst aufnimmt -immerhin ca. 1 Jahr, bevor es beginnt zu sprechen. So wird das Sprechen später nicht nur einfacher, sondern diese Vorbereitung führt auch zu einer besseren Aussprache, da man die richtige Aussprache automatisch imitiert, anstatt sie krampfhaft nachzuahmen (wenn überhaupt).

Kurzum: ich bin ziemlich begeistert von der Methode und sie bringt mir sehr gute Ergebnisse. Ich denke allerdings, dass es trotzdem sinnvoll ist Vokabeln zu Lernen und die Grammatik zu verstehen, um sich eine Sprache anzueignen. Doch dank Frau Birkenbihl lerne ich viel schneller, habe mehr Spaß dabei und spare viel Zeit.